DVB-T in der Schweiz

Sonntag, 5. April 2009

DVB-T funktioniert auch in der Schweiz hervorragend. Wenn auch nur mit Außenantenne und 3 Sender (SF1, SF2 und SF-Info). Dafür habe ich festgestellt, dass auf SF2 regelmäßig coole Filme und Konzerte kommen. Da werde ich wohl auch zuhause öfters mal vorbei zappen.

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Überallfernsehen …

Montag, 23. März 2009

Nachdem die Abschlatung des analogen TV-Signals nun endlich Wirklichkeit geworden ist, mein Fernseher bereits einen bisher ungenutzten DVB-T Dekoder besitzt und wir nächste Woche in die Schweiz fahren, habe ich mir endlich einen DVB-T USB-Stick besorgt.

Bei dem Teil handelt es sich um einen Stick der Fa.Hauppauge (WinTV Nova-T-SE), welcher auf der Packung selbst mal wieder nur für sämtliche Windows-Versionen freigegeben war, nicht aber für Linux.
Egal … Mobiles Internet und eine kurze Recherche später war klar, dass der Stick mit der entsprechenden Firmware auch unter Linux läuft. Stick bezahlt und eingepackt.

Zuhause hab ich den Stick dann mal testweise an meinen Ubuntu 8.10 Laptop angesteckt und ein Auge auf /var/log/syslog geworfen. Was ich da gesehen hab, hat mich dann doch ein wenig überrascht:

Mar 23 15:56:11 jens-laptop kernel: [60007.052061] usb 8-6: new high speed USB device using ehci_hcd and address 10
Mar 23 15:56:11 jens-laptop kernel: [60007.185836] usb 8-6: configuration #1 chosen from 1 choice
Mar 23 15:56:11 jens-laptop kernel: [60007.186437] dvb-usb: found a ‘Hauppauge Nova-T Stick’ in cold state, will try to load a firmware
Mar 23 15:56:11 jens-laptop kernel: [60007.186451] firmware: requesting dvb-usb-dib0700-1.10.fw
Mar 23 15:56:11 jens-laptop kernel: [60007.198668] dvb-usb: downloading firmware from file ‘dvb-usb-dib0700-1.10.fw’
Mar 23 15:56:12 jens-laptop kernel: [60007.761682] dib0700: firmware started successfully.
Mar 23 15:56:13 jens-laptop kernel: [60008.264092] dvb-usb: found a ‘Hauppauge Nova-T Stick’ in warm state.
Mar 23 15:56:13 jens-laptop kernel: [60008.267005] dvb-usb: will pass the complete MPEG2 transport stream to the software demuxer.
Mar 23 15:56:13 jens-laptop kernel: [60008.267292] DVB: registering new adapter (Hauppauge Nova-T Stick)
Mar 23 15:56:13 jens-laptop kernel: [60008.521934] DVB: registering frontend 0 (DiBcom 7000PC)…
Mar 23 15:56:13 jens-laptop kernel: [60008.734037] DiB0070: successfully identified
Mar 23 15:56:13 jens-laptop kernel: [60008.734344] input: IR-receiver inside an USB DVB receiver as /devices/pci0000:00/0000:00:1d.7/usb8/8-6/input/input18
Mar 23 15:56:13 jens-laptop kernel: [60008.769120] dvb-usb: schedule remote query interval to 150 msecs.
Mar 23 15:56:13 jens-laptop kernel: [60008.769128] dvb-usb: Hauppauge Nova-T Stick successfully initialized and connected.

Tata … und der Stick wird auf Anhieb erkannt und  eingebunden.
Aber wie geht es jetzt weiter? Kaffeine, von dem überall die Rede ist, war mir aufgrund der umfangreichen KDE-Abhängigkeiten zu groß und Totem bot keinen automatischen Sendersuchlauf. Aber alles halb so wild.
Mit folgendem Kommando sollte man zuerst mal sein System auf Stand bringen:

sudo apt-get install dvb-utils totem-xine libxine1-ffmpeg

Danach geht es mit dem Suche nach einer geeigneten Senderlisten-Datei weiter. Die dvb-utils bringen bereits ein paar Beispiel-Dateien mit (/usr/share/doc/dvb-utils/examples/scan/dvb-t/). Wer seine Stadt dort nicht findet, wird unter Umständen im Ubuntu-Users Wiki fündig. Ansonsten ist ein bisschen Handarbeit angesagt. Die richtigen Frequenzen kann man z.B. bei Überallfernsehen oder seiner Landesrundfunkanstalt (z.B. Südwest Rundfunk, Bayerischer Rundfunk, etc.) herausfinden. Dort sucht man sich den nächsten Sender (z.B. SWR – Ulm) heraus und prüft welche Känele dieser bereitstellt. Im Falle des Senders Ulm sind das die Kanäle K22 (482MHz), K40 (626MHz) und K43 (650MHz). Diese Sendefrequenzen trägt man nun in eine Datei (z.B. de-Ulm) ein. Diese hat folgenden Aufbau:

# T freq bw fec_hi fec_lo mod transmission-mode guard-interval hierarchy
T 482000000 8MHz 2/3 NONE QAM16 8k 1/4 NONE
T 626000000 8MHz 2/3 NONE QAM16 8k 1/4 NONE
T 650000000 8MHz 2/3 NONE QAM16 8k 1/4 NONE

Wichtig sind die Blöcke freq, fec_hi, mod und guard-interval
Diese Daten liefert z.B. der SWR für seine Senderstandorte. Unter Umständen haben das andere Sendeanstalten anderst realisiert. Hier bleibt dann nur ausprobieren.
Ist die Datei erstellt, kann man den manuellen Suchlauf starten

mkdir ~/.xine/
scan de-Ulm > ~/.xine/channels.conf

Alternativ, wer das gstreamer-Framework verwendet

ln -s ~/.xine/channels.conf ~/.gstreamer-0.10/dvb-channels.conf

Danach sollten in Totem in der Wiedergabeliste die gefundenen Sender stehen.