Dienstag, 3. März 2009
Gerade gefunden. Das Video ist sehenswert. So richtig rund geht es ab der 18 Minute, wenn der Professor für Betriebswirtschaftslehre, Bank- und Kreditwirtschaft der Uni Würzburg, Ekkehard Wenger, das Podium betritt und loslegt.
http://wifak.uni-wuerzburg.de/extern/video/finanzdebakelundrezession.wmv
Zitat:
Die Art und Weise, wie hier abkassiert wird, ist vergleichbar mit den Raubzügen eines internationalen Verbrechersyndikats. Das jedoch gegenüber der Mafia einen entscheidenden Vorteil hat: Regierung, Gesetzgebung und Justiz sind schon so weit korrumpiert das Multimillionengehälter selbst für katastrophale Fehlleistungen so gut wie nie zu strafrechtlichen Ermittlungen führen.
Dienstag, 24. Februar 2009
Nachdem letzte Woche mal wieder Milliarden in die Hypo Real Estate gepumpt wurden, ist heute wieder so ein Katastrophen-Institut dran:
HSH-Nordbank erhält Milliarden-Spritze
So oder so ähnlich geht es jetzt schon einige Zeit mit der Wirtschaft. Seltsamerweise rauschen DAX und Tecdax ohne Aufenthalt in die Tiefe. Irgendwie scheint die Art und Weise wie die Rettung läuft doch nicht zu fruchten. Ich bin mal gespannt, was sich unsere Herren und Damen Schlauköpfe noch alles einfallen lassen.
Besonders genial finde ich die Idee, einen Krisensoli einzuführen. Was um alles in der Welt muss man für so eine Idee zu sich nehmen?
Vielleicht sollten die Herrschaften und Institute zur Verantwortung gezogen werden, die das Chaos verursacht haben.
Interessant ist auch das Thema Abwrackprämie für den Laien zu bewerten. Wer sich nicht ähnlich wie bei einem Klingeltonanbieter oder Telefonanschluß durch das viele Kleingedruckte und die ganzen Fußnoten liest, hat von vorne herein schon verloren.
Aber sonst wäre ja allles ein bisschen zu einfach …
Donnerstag, 5. Februar 2009
Die vielfach hochgelobten Finanz- und Unternehmensprofis haben ja in den letzten Monaten herbe Rückschläge einstecken müssen und hatten mehrfach die Gelegenheit zu zeigen, dass auch in diesem Gewerbe nur mit Wasser gekocht wird.
Unglaublich was sich die selbst ernannten Zocker alles im Zuge der Gewinnmaximierung erlaubt haben, nur um jetzt heulend und zähneklappernd zu bitten, irgendjemand möge ihre Schulden und nicht mehr kalkulierbaren Risiken übernehmen.
Was bei einem nicht wegzudenkenden Traditionsunternehmen Märklin in Göppingen abgelaufen ist, schlägt aber so ziemlich jedem Faß den Boden raus.
Gestern wurde öffentlich, dass Märklin Insolvenz angemeldet hat. Die Gründe dafür werden jetzt Stück für Stück sichtbar und transparent:
…
Seine erste Maßnahme im Unternehmen beschrieb der Jurist mit den Worten: “Alle Berater raus.” Teure Beraterverträge galten als ein Grund für die Schwierigkeiten von Märklin. Diese Verträge nun aufzulösen, spare einen knapp zweistelligen Millionenbetrag im Jahr, sagte Pluta. Dies sei fast die Hälfte des Jahresverlustes. Zur Zahl der bei Märklin tätigen Berater sagte Pluta: “Da tränen einem die Augen.”
…
Ich bin einmal gespannt, was den wirklichen Verantwortlichen passieren wird. Wer mit solchem durchschaubaren Vorsatz handelt, gehört eigentlich zur Rechenschaft gezogen.
Mittwoch, 21. Januar 2009
Das alles beherschende Thema der letzten Wochen und Monate ist ja ausschließlich die “Weltweite Finanzkrise“. Mittlerweile auch liebevoll “Die Krise” genannt.
Im Gegensatz zu anderen “Krisen“, wie zum Beispiel die globale Erderwärmung, die ja im letzten Jahr für Endzeitstimmung gesorgt hat, ist diese Krise etwas besonderes. Sie führt dazu, dass hochrangige und gebildete Politiker ihr Hirn abschalten und einmal in ihrer Amtszeit tatsächlich in wilden Aktionismus verfallen. Was besser ist – Aktionismus oder doch eine Amtszeit durchpennen – bleibt abzuwarten.
Auf jeden Fall sorgen die ganzen Äusserungen, Rettungspläne und Erfindungen der Damen und Herren für ein bisschen Unterhaltung in der ansonsten durch die Finanzkrise doch sehr getrübten Zeit.
So hat zum Beispiel unser aller geliebeter Ministerpräsident heute die Schaffung einer sogenannten Bad Bank gefordert. Diese Institution möchte doch bitte alle faulen Kredite und sonstige Dummheiten der allseits geschätzten Kreditwirtschaft übernehmen und mit Steuergelder absichern. Dadurch soll Banken und Geldhäuser, wie zum Beispiel der Hypo Realestate (gerade wurde das Sicherungsvolumen nochmals um schlappe 12 auf 42 Milliarden Euro erhöht), die Gelegenheit gegeben werden, sich völlig frei den nächsten Blödsinn überlegen zu können.
Laut Schätzungen des Steuerzahlerbundes müsste damit der deutsche Staat, beziehungsweise der deutsche Steuerzahler, mit über 300 Milliarden Euro für Managementfehler und Dummheiten anderer gerade stehen. Interessant finde ich dazu das Statement des Steuerzahlerbundes:
Andere Unternehmen gingen bei Managementfehlern einfach pleite …
Ich denke, gerade der Mittelstand kann über dieses Zitat ein kleines Lied singen.
Spannend bleibt es auch, ob die Strategie Schulden mit noch mehr Schulden zu bekämpfen, irgendwie und irgendwann fruchtet. Der normale Menschenverstand sagt dazu auf jeden Fall “NEIN”. Die Dummheiten und die Schulden die gemacht wurden, lassen sich nur dadurch bekämpfen, dass man den Gürtel enger schnallt und das bisschen Geld was bleibt besser zusammen hält. Dazu möchte ich allen die Rückkehr zur Normalität und zu verantwortungsbewusstem Handeln raten. Wer Interesse daran hat, kann sich hier gerne den einen oder anderen Ratschlag zu Herzen nehmen:
http://www.getrichslowly.org/blog/