So, jetzt ist es vorbei … Nachdem ich jetzt 2 Wochen versucht habe, die Vorteile von Unity unter 11.04 zu erkennen, habe ich es jetzt zum Teufel gejagt.
Der Desktop mag auf einem Netbook noch Sinn machen, auf einem System jedoch mit welchem exessiv gearbeitet wird, hat das Teil nichts verloren – Einfach zu Umständlich.
Aber alles mal der Reihe nach.
Die Menüleiste an der Seite
An dieser werden neben dem Versuch, eine neue Menüstruktur zu implementieren, die größten Veränderungen sichtbar.
Was mich persönlich daran, und auch an allen anderen Docks (Docky, etc.), extrem stört, ist der Versuch, alle offenen Programme auf einem Button/Icon zu gruppieren. Der Sinn dieses Unternehmens, hat sich mir nie wirklich erschlossen. Der Versuch das zu tun, hat mich unter Windows XP schon dermaßen gestört. Man kann ja über Microsoft sagen was man will, aber dort konnte man diese bekloppte Funktion wenigstens abschalten (btw .. KDE handelt genauso). Die Funktion würde mir ja noch einleuchten, wenn sie sich nur auf die auf dem aktuellen geöffneten Desktop befindlichen Programme stürzen würde. Bei 6 oder 8 offenen Terminals verstreut über bis zu 6 virtuelle Desktops macht dies ja überhaupt keinen Sinn. Zusätzlich tummeln sich in der Leiste auch ALLE offenen Programme. Wurstegal, auf welchem Desktop sie laufen. Wenn ich jetzt mehre Terminals, eine IDE, Browser, etc. offen hab, leidet die Übersicht doch sehr stark. Zumal ich auch zu den Leuten gehöre, die ihre Arbeit auf den virtuellen Desktops gruppieren (z.B. Desktop1 = Projekt 1, Deskop2 = Projekt2, …).
Genauso wenig intelligent finde ich die Art und Weise, wie z.B. ein 2. Programm über den Launcher gestartet werden kann – Dies passiert über die mittlere Maustaste. Wer somit behauptet, er möchte den Desktop einfacher machen, hat irgendwas nicht so recht verstanden.

Irgendwie wenig intelligent, oder? Es werden 3 weiße Marker angezeigt, obwohl 5 Terminals über 4 virtuelle Desktops/Unity-Workspaces/whatever offen sind.


Interessant auch das Feature, wenn ich dann wieder auf das Terminal-Icon klicke. Die Terminals werden komplett aus dem Kontext gerissen, in den ich sie mit Hilfe der virtuellen Desktops gebracht habe. Der Sinn diesers Aktion hat sich mir nicht ganz erschlossen.
Die globales Menü in der Taskbar
Der Versuch, das globale Menü eines jeden Programmes in die Taskbar oben zu integrieren, kann man nur als gescheiterten Kopierversuch von OSX bezeichnen. Was auf einem Netbook evtl. noch Sinn macht, nervt auf einem Desktop-Rechner nur. Mal abgesehen davon, das Programme wie z.B. GIMP darüber nur sehr schwer zu bedienen sind, finde ich es einfach eine Zumutung, davon auszugehen, dass jeder Nutzer, jedes Fenster nur im maximierten Modus benutzt. Wer mal Empathy oder Pidgin am rechten Rand benutzt hat, sucht natürlich nicht unbedingt das Menü links oben.

Logisch … Oder?
Der Energieverbrauch
Was um alles in der Welt hat die Entwickler geritten, damit sie für Mobil-Geräte einen 3D-beschleunigten Desktop bauen?
Mit Unity benötigt mein Laptop (IntelCore2 Duo CPU T5800 / GeForce 9300M)
Stromverbrauch (ACPI-Schätzung): 21,8W (2,1 Std.)
Ohne Unity
Stromverbrauch (ACPI-Schätzung): 17,4W (2,45 Std.)
Das “neue” Menü
Halb fertig und nicht wirklich benutzbar …


Wer suchet der findet … Wer nicht weiß, was er genau sucht ist ziemlich verloren. Alle anderen versuchen oben in die Leiste was einzutippen.
Taskleiste
Bei Unity gibt es jetzt eine Funktion, welche es nur noch “richtig” programmierten Apps erlaubt, sich in der Taskleiste oben rechts einzunisten. Schöner Gedanke … Was bringts, wenn es kein genereller Standard ist? So funktionieren weder Cryptkeeper noch das Hamster-Applet. Nicht jeder möchte seinen für Gnome2/3 geschriebenen Code auch noch für Unity anpassen.
Close-, Minimize-, Maximize-Buttons
Nochmal der Versuch irgendwie OSX zu klonen. Wie will ich damit Ein-/Umsteiger überzeugen? Den ganzen Tag arbeitet der normale Nutzer vermutlich im Büro mit Windows. Wozu sollte er sich dann nach Feierabend umgewöhnen und die Buttons oben links anstatt rechts suchen?
Und sonst?
Alles in allem überzeugt mich Unity nur auf meinem Netbook in dem ich maximal ein Terminal und einen Browser offen hab, da ansonsten der integrierte Atom Prozessor schwächelt. Für Desktops auf denen “gearbeitet” wird oder auch für User, welche sich mit dem PC nicht auskennen, ist Unity meiner Meinung nach nicht geeignet.
Für mich sieht es momentan danach aus, dass (auch bei Gnome3) versucht wird, mit aller Gewalt etwas neues, schickes, Apple-mäßiges zu bauen. Der Usability bleibt aber bei beiden Projekten (Unity und Gnome3) komplett auf der Strecke. Das fängt schon damit an, dass beide unbedingt 3D-Beschleunigung benötigen …
Es wird Zeit, sich nach Alternativen umzuschauen